Ein Bekannter drückt mir neulich seinen Driver in die Hand. „Fühl mal, der rutscht", sagt er. Ich schaue mir den Griff an: blank poliert, die einstigen Rillen sind glatt wie ein Kieselstein, den jahrelang Wasser umspült hat. Er spielt das Ding seit fünf Saisons, ohne einmal darüber nachzudenken. Dabei ist der Griff das Einzige am Schläger, was er wirklich in der Hand hält.

Und genau hier fängt das Problem an: „Golf Griff" bedeutet im Deutschen zwei Dinge. Einmal die Art, wie Sie den Schläger halten, also Handposition und Fingerstellung. Und einmal das Bauteil selbst, die Gummihülle am Schaftende. Die meisten Ratgeber im Netz behandeln nur eine der beiden Seiten. Dieser Artikel nimmt beide auseinander, weil sie unterschiedliche Fragen lösen: Die eine entscheidet über Ihre Schlagrichtung, die andere über Kontrolle und Gelenkschonung.

Wichtige Erkenntnisse

  • „Griff" meint beim Golf sowohl die Handhaltung als auch die Gummihülle am Schlägerschaft, zwei getrennte Baustellen.
  • Die drei Grundtechniken heißen Neutral-, Starker und Schwacher Griff und verschieben die Schlagfläche unterschiedlich stark.
  • Die Griffstärke (Durchmesser) muss zur Handgröße passen, sonst verkrampfen Unterarm und Handgelenk.
  • Ein abgenutzter Griff kostet Sie Kontrolle, ohne dass Sie es merken, weil die Anpassung schleichend passiert.
  • Ein Griffwechsel ist in unter einer Stunde erledigt und kostet pro Schläger meist weniger als eine Runde auf dem Platz.

Golf Griff: zwei Dinge, die ständig verwechselt werden

Wer bei einer Golfstunde sagt „mein Griff ist im Eimer", erntet oft einen irritierten Blick. Der Trainer denkt an die Handhaltung, der Spieler an die durchgescheuerte Gummihülle. Beides ist legitim, nur eben nicht dasselbe.

Der Griff als Handhaltung

Hier geht es um die Frage, wie Ihre linke Hand am Schläger liegt, wo der Daumen sitzt, wie fest Sie zudrücken. Die Hände sind der einzige Kontaktpunkt zwischen Körper und Schlägerkopf, und jede kleine Verdrehung wirkt sich am Ball aus. Eine geschlossene Schlagfläche nach ein paar Millimetern Verdrehung, und der Ball fliegt links raus. Deshalb ist die Handhaltung das Erste, was ein Trainer korrigiert, bevor er irgendetwas an Schwung oder Stand anfasst.

Der Griff als Bauteil

Die Gummihülle über dem Schaftende erfüllt zwei Aufgaben: Sie dämpft den Schlag und gibt der Hand Halt. Sie nutzt sich ab, durch Schweiß, Sonne und Handcreme. Hersteller wie Golf Pride oder Lamkin geben an, dass ein Griff bei regelmäßigem Spiel nach etwa 40 bis 60 Runden an Haftung verliert, je nach Material und Pflege. Und jetzt der Punkt, den viele unterschätzen: Sie merken das nicht plötzlich. Sie kompensieren schleichend.

Welche Griffarten gibt es beim Golf?

Gemeint ist hier die Handhaltung. Drei Grundtypen haben sich durchgesetzt, und sie unterscheiden sich darin, wie Ihre Hände die Schlagfläche im Moment des Treffens ausrichten.

Welche Griffarten gibt es beim Golf?

Neutraler Griff

Beide Daumen liegen leicht seitlich auf dem Griff, die V-Zeichen aus Daumen und Zeigefinger zeigen etwa zur rechten Schulter (bei Rechtshändern). Die Schlagfläche steht beim Ansprechen gerade. Das ist der Standard, den fast jeder Anfänger zuerst lernt, weil er am wenigsten anfällig für Fehler ist, solange der Schwung noch wackelt.

Starker Griff

Die Hände drehen weiter nach rechts, Sie sehen beim Ansprechen mehr Handrücken der linken Hand. Ergebnis: Die Schlagfläche schließt sich früher, der Ball zieht tendenziell nach links. Wer viel nach rechts streut, findet hier oft die Lösung. Ich habe selbst ein halbes Jahr mit einem zu starken Griff gespielt und mich gewundert, warum meine Drives ständig nach links abzogen, bis ein Trainer nur kurz meine Hände anschaute und lachte.

Schwacher Griff

Umgekehrt: Die Hände drehen nach links, Sie sehen weniger Handrücken. Die Schlagfläche öffnet sich später, der Ball fliegt eher nach rechts. Für Spieler mit sehr schnellem Handgelenkseinsatz ist das manchmal die Rettung, für Anfänger meist der Anfang eines Slice.

Und dann gibt es noch den Putter-Griff, der nichts mit den drei Grundtypen zu tun hat: Ob Sie den Putter im klassischen Reverse-Overlap halten oder mit einem der modernen Griffe wie dem SuperStroke mit dickerem Profil arbeiten, ist Geschmackssache und hängt stark von Ihrem Putt-Stil ab.

Wie ist der richtige Griff beim Golf?

Die ehrliche Antwort, auch wenn sie unbefriedigend klingt: Es gibt keinen universellen richtigen Griff. Es gibt einen Griff, der zu Ihrer Anatomie und Ihrem Schwungmuster passt. Aber es gibt sehr wohl objektive Fehler, die fast jeder macht.

Wie ist der richtige Griff beim Golf?

Die drei Klassiker unter den Fehlern

  1. Zu fest zudrücken. Der Griff sollte so fest sein, dass Sie ihn nicht verlieren, nicht fester. Druck zwischen Daumen und Zeigefinger, als würden Sie eine Tube Zahnpasta halten, die nicht platzen soll.
  2. Der Schläger liegt in der Handfläche statt in den Fingern. Vor allem die linke Hand sollte den Schläger in den Fingern führen, nicht in der Handfläche. Der Unterschied zeigt sich daran, wie weit der Schlägergriff über die Handfläche hinausragt, wenn Sie die Faust schließen.
  3. Der Daumen der rechten Hand liegt komplett auf dem Schaft, statt leicht seitlich. Das blockiert das Handgelenk beim Durchschwingen.

Ein guter Test: Nehmen Sie den Schläger, schließen Sie die Augen und spüren Sie, wo der Druck liegt. Wenn Sie ein Ziehen im Unterarm spüren, ist es zu viel. Klingt banal, deckt aber erstaunlich viele Probleme auf, bevor Sie überhaupt anfangen, an Ihrem Schwung herumzudoktern.

Welche sind die besten Griffe für Golfschläger?

Hier geht es jetzt um das Bauteil. Und da lohnt sich eine ehrliche Einordnung: Es gibt keinen „besten" Griff, nur den passenden für Ihre Hand und Ihr Spiel.

Welche sind die besten Griffe für Golfschläger?

Marken und Modelle, die häufig auftauchen

Golf Pride Tour Velvet ist der Klassiker schlechthin, oft als Erstausstattung am Schläger und in vielen Pro-Shops Standard. Golf Pride MCC kombiniert gummierten Unterteil mit rauem Oberteil, was bei feuchten Händen hilft, aber für manche zu aggressiv am Handschuh reibt. Der SuperStroke Zenergy Pistol ist speziell für den Putter gedacht und kommt mit deutlich mehr Volumen, was das Handgelenk ruhig hält. Lamkin und Winn setzen auf weichere Gummimischungen, die mehr dämpfen, aber schneller verschleißen.

Kurzvergleich der Griffgrößen

  • Undersize: für kleine Hände und Spieler, die dazu neigen, den Schläger zu fest zu halten
  • Standard: der Ausgangspunkt, den die meisten Schläger ab Werk haben
  • Midsize: etwas dicker, hilft bei viel Handgelenkseinsatz
  • Jumbo: deutlich größer, reduziert die Handrotation stark, oft bei Puttern oder für Spieler mit Gelenkproblemen
  • Oversize: Zwischenstufe zwischen Midsize und Jumbo, weniger verbreitet als die drei anderen

Die Größe richtig bestimmen, statt zu raten

Ein Maßband hilft hier mehr als jede Produktbeschreibung. Messen Sie vom Ansatz der Handfläche bis zur Spitze des Ringfingers, an der dominanten Hand. Bis etwa 17 Zentimeter liegt meist Standard, darüber fangen Midsize-Griffe an, Sinn zu machen. Das ist eine grobe Faustregel, kein exakter Wert, aber deutlich besser als blind das zu nehmen, was gerade am Regal liegt.

Und ein ehrlicher Hinweis: Das Griff-Fitting beim Pro-Shop gibt es inzwischen bei den meisten Händlern, oft kostenlos beim Kauf. Ich habe das lange für Marketing gehalten, bis ich einmal einen Jumbo-Griff ausprobiert habe und merkte, dass ich den Schläger plötzlich deutlich lockerer halten konnte, ohne ihn zu verlieren.

Wie lautet der Golfer Gruß?

Diese Frage taucht immer wieder auf, und die Antwort ist kurz: Der klassische Gruß beim Golf lautet „Fore!" — gerufen, wenn ein Ball in Richtung anderer Spieler fliegt und Gefahr besteht, dass er getroffen werden könnte. Es ist kein Höflichkeitsgruß, sondern ein Warnruf.

Und was sagt man zur Begrüßung?

Zur Begrüßung unter Spielern hat sich schlicht ein „Guten Tag" oder ein Handschlag etabliert, oft mit einem „Schönes Spiel" hinterher. Ein spezieller Golfgruß im Sinne eines festen Rituals existiert nicht wirklich, auch wenn manche Runden mit einem „Good golf" oder einem Daumen hoch starten. Der „Fore"-Ruf ist der einzige Gruß, der eine echte Funktion hat.

Griffe wechseln: wann es Zeit ist und wie es geht

Mein erster eigener Griffwechsel war eine kleine Katastrophe. Ich hatte das Spezialwerkzeug nicht, nahm ein Küchenmesser und schnitt mir fast in den Daumen. Lernen Sie aus meinem Fehler.

Wann wechseln?

Wenn der Griff glänzt, sich seifig anfühlt oder die einstige Struktur weg ist, ist es höchste Zeit. Ein grober Richtwert: bei 2-3 Runden pro Woche spätestens nach zwei Saisons, bei seltenerem Spiel entsprechend länger. Prüfen Sie es beim nächsten Griff, ob Sie den Schläger ohne viel Kraft festhalten können. Wenn nicht, liegt es meist am abgenutzten Gummi und nicht an Ihrer Handkraft.

Selbst wechseln oder wechseln lassen?

Selbst ist machbar, mit den richtigen Hilfsmitteln: Griffwechsel-Kit mit Lösungsmittel, Klebeband, neuem Griff und Abzieher. Der Ablauf in Kurzform: alten Griff aufschneiden, Klebereste vom Schaft lösen, neues Klebeband aufziehen, mit Lösungsmittel benetzen, neuen Griff in einem Zug aufschieben, den Schläger eine Nacht stehen lassen. Der Schritt mit dem „in einem Zug" ist der, an dem ich beim ersten Mal gescheitert bin: Wer zu zögerlich schiebt, bekommt den Griff nicht mehr gerade.

Wer sich das nicht antun will: Golfhouse und die meisten Pro-Shops bieten den Wechsel als Service an, teils während man dort ist. Für einen kompletten Satz lohnt sich das Set mit fertiger Klebebandvorbereitung aus dem Fachhandel allemal.

Variante Aufwand Kosten pro Schläger (grob) Für wen
Selbst wechseln 20-40 Minuten, Übung nötig 5-10 € Material Wer gern schraubt und mehrere Schläger auf einmal macht
Pro-Shop-Service Abgabe, meist Abholung am selben Tag 8-15 € inkl. Griff Wer keine Sauerei will
Komplettset vom Händler Gering, Werkzeug enthalten Varies je nach Satz Einsteiger, die es einmal lernen wollen

Ein Tipp, den ich zu spät gelernt habe

Wechseln Sie nicht alle Schläger gleichzeitig, wenn Sie mitten in der Saison spielen. Ein neuer Griff fühlt sich anders an, manchmal minimal dicker oder griffiger, und das verändert Ihr Ballgefühl für ein paar Runden. Ich habe das einmal vor einem wichtigen Turnier gemacht und mich dann gewundert, warum mein Eisen-Spiel plötzlich zittrig wirkte. Wechseln Sie lieber im Winter, wenn die Runden sowieso seltener sind.

Was bleibt? Der Griff ist das letzte Stück zwischen Ihnen und dem Ball, egal ob Sie ihn gerade halten oder gegen einen neuen tauschen. Prüfen Sie beide Seiten regelmäßig, die Handhaltung mit einem Trainer, den Durchmesser mit dem Maßband. Es ist erstaunlich, wie viel sich verbessert, wenn man an dieser einen Stelle ansetzt, statt monatelang am Schwung herumzudoktern. Und wenn Sie das nächste Mal beim Griff eines Mitspielers ins Staunen geraten, sagen Sie es ihm. Er wird Ihnen danken, auch wenn er es erst nach der nächsten Runde zugibt.